Wie funktioniert Hyposcout?

Hyposcout ist eine Vermittlungsplattform für Hypotheken, die nicht von Banken vergeben werden. Kapitalnehmer auf der einen Seite suchen eine Finanzierung für ihr Haus. Kapitalgeber auf der anderen Seite suchen eine attraktive risikoabgesicherte Investitionsmöglichkeit. Hyposcout bringt beide Seiten zusammen und begleitet sie bis zum Vertragsabschluss. Die Darlehen sind grundpfandgesichert.

Weshalb Hyposcout - und nicht eine Bank?

Banken können wegen verschiedenen regulatorischen Auflagen Hypotheken nur zu restriktiven Bedingungen vergeben. Einschränkend ist insbesondere die Tragbarkeitsregel (kalkulatorischer Zins von 5%). Bei zwischen privaten Kapitalnehmern und Kapitalgebern vereinbarten Hypotheken besteht ein grösserer Spielraum. Die Höhe des Darlehens und der Zinssatz werden primär durch den Markt und nicht durch die verschärfte Bankenregulierung bestimmt. Auch andere Gründe können im Einzelfall dazu führen, dass Banken keinen Hypothekarkredit gewährt.

Wem vermittelt Hyposcout Kredite?

Privatpersonen und Unternehmen mit stabilen finanziellen Verhältnissen – denn nur so kommen sie durch unsere Bonitätsprüfung. Ein Teil der privaten Kapitalnehmer auf der Plattform von Hyposcout erfüllt die 5%-Tragbarkeitsvorschrift der Banken knapp nicht, kommt aber Umständen doch für eine Kreditvermittlung infrage. Das ist insbesondere in folgenden Situationen der Fall:

Zwischenfinanzierung: Der Kunde hat eine Liegenschaft zum Verkauf und möchte parallel dazu ein neues Objekt kaufen. Der Kunde hat das Geld zur Anzahlung für das neue Objekt nicht, da er zuerst das bestehende Objekt verkaufen muss, um die Anzahlung zu machen. Er kann eine 2. Hypothek auf das zu verkaufende Objekt aufnehmen und das Geld für die Anzahlung des neuen Objekts verwenden.

Kreditverwendung für liegenschaftsfremde Zwecke: Ein Unternehmer hat ein kapitalintensives Geschäft und sämtliche bisher vorhandenen finanziellen Mittel ausgeschöpft. Die Rendite des Geschäfts liegt bei 15%. Er ist gerne bereit, auf seine private Liegenschaft eine 2. Hypothek zu 5% oder 6% aufzunehmen, wenn er die erhaltene Kreditvaluta nicht für die Liegenschaft, sondern für sein Geschäft verwenden und damit eine bessere Rendite erwirtschaften kann.

Eigenmittel: Ein junges verheiratetes Paar hat nach einem langen Studium gut bezahlte Jobs. Sie können jedoch nur 10% anstatt 20% Prozent Eigenkapital einbringen. Hier können Investoren auf der Hyposcout-Plattform einspringen und für „gute Risiken“ wie im geschilderten Fall Hypotheken vergeben. 

Rentner / 50+: Banken verlängern unter Umständen einem Rentner oder einer Person, die vor der Pensionierung steht, die Hypothek nicht, obschon sie in stabilen finanziellen Verhältnissen leben. Investoren sind in der Regel bereit, längerfristige 2. Hypotheken zu gewähren – ohne Amortisation.

Wie wird verhindert, dass sich ein Geldnehmer übernimmt?

Der Geldgeber ist über die Immobilie des Geldnehmers durch einen Eintrag im Grundbuch abgesichert. So rückte er in den ersten oder zweiten Rang der Kreditoren auf und hat bei einer Zahlungsunfähigkeit des Schuldners eine höhere Chance, sein Investment zurückzuerhalten. Zu Beginn eines Kreditantrags wird von erfahrenen Hypothekarspezialisten wie bei einer Bank eine detaillierte Bonitäts- und Tragbarkeitsprüfung durchgeführt. Nur Anträge von Personen, die sich als kreditwürdig herausstellen, werden dann auf der Plattform aufgeschaltet. In den meisten Fällen liegt zudem bereits eine Kreditprüfung für die 1. Hypothek vor.

Welche Zinssätze und Laufzeiten werden auf der Hyposcout-Plattform vereinbart?

Grundsätzlich entscheidet der Markt. Seit der Lancierung der Plattform wurden vor allem Zinssätze im Bereich von 4% bis 5% vereinbart. Die Laufzeiten sind unterschiedlich, von wenigen Monaten bis zu 5 Jahren. Es gibt auch unbefristete Verträge mit einer Kündigungsfrist von einigen Monaten.

Weshalb sind die Zinssätze höher im Vergleich zu jenen der Banken?

Die von Banken vergebenen Hypotheken und unsere Hypotheken sind nicht vergleichbar. Es ist ein anderes Marktsegment. Hyposcout fängt in der Regel dort an, wo die Banken aufhören: Sie gewähren für eine 1. Hypothek höchstens 50% bis 70%. In diesem von der Finma regulierten Bereich hat die Geldschwemme der Zentralbanken die Zinsen auf ein historisches Tief gedrückt. Die bisher auf der Hyposcout-Plattform vereinbarten Zinssätze bewegen sich auf der Höhe der Hypothekarzinsen, die vor der Finanzkrise üblich waren.

Wie vermittelt Hyposcout konkret zwischen Kreditantragstellern und Schuldnern?

Bei Hyposcout erhält jeder Kunde eine persönliche Ansprechperson, die sich dann während des ganzen Prozesses um ihn kümmert. Vor Abschluss des Vertrags erhält der Geldgeber alle Informationen, die für die Bonität und die Kreditwürdigkeit wichtig sind. Es sind die gleichen Infos, die auch eine Bank von ihrem Antragsteller verlangt. Die Hyposcout AG ist nicht Beraterin, sondern Vermittlerin. Das gilt sowohl für das Kerngeschäft (Peer-to-Peer) als auch für die Vermittlung von Krediten im Rahmen von Partnerschaften, die nicht im Rahmen des eigenen Geschäftsmodells zustande kommen (inkl. normale 1. Hypotheken). 

Wer sind die Kreditgeber?

Juristische und natürliche Personen. Hyposcout prüft ihre Bonität und Kreditfähigkeit. Diese Informationen kann der Kapitalgeber zu gegebenem Zeitpunkt einsehen, und die Parteien können sich kontaktieren. Peer-to-Peer-Hypotheken sind eine interessante Anlagemöglichkeit. Die Zinssätze sind höher als jene von Schweizer Staats- und Unternehmensanleihen, das Darlehen ist durch den Eintrag im Grundbuch gesichert.

Wie hoch sind die Kredite durchschnittlich?

Die bisher vermittelten Darlehensverträge zeigen, dass das Geschäftsmodell funktioniert und eine Nachfrage an unseren Dienstleistungen besteht. Die Darlehen variieren bezüglich Laufzeit, Zinssatz und Volumen. Es wurden sowohl unbefristete Verträge mit einer kurzen Kündigungsfrist als auch solche mit Laufzeiten zwischen zwei bis fünf Jahren abgeschlossen. Die vereinbarten Zinssätze bewegen sich in der Regel zwischen 3,5% und 6%. Über die Höhe entscheidet aber allein der Markt. 

Wie sind die bisher vermittelten Hypotheken im Vergleich zu anderen Anlageklassen einzuordnen?

Aus Investorensicht ist die Hyposcout-Plattform attraktiv, weil die Kredite grundpfandgesichert sind. Bisher gab es keine Zahlungsausfälle. Gleichzeitig sind die Renditen im heutigen Tiefzinsumfeld mit beispielsweise 4% oder 5% relativ hoch. Sie liegen deutlich über Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen. Noch ist es nicht möglich, für Hyposcout eine genauere Zinskurve zu bestimmen. Sie dürfte relativ flach sein und eine hohe Streuung aufweisen. 

Wie hoch ist die Provision von Hyposcout?

3% des Kreditvolumens und mindestens 5000 Franken. Darin enthalten sind folgende Leistungen:
•    Ideales Matching
•    Bonitätsprüfung des Kreditnehmers
•    Immobilienschätzung durch unabhängige Spezialisten
•    Internes Risk Assessment
•    Sicherstellung des Geldflusses
•    Sicherung der Schuldbrieferrichtung
•    Begleitung zum Notariatstermin
•    Anlaufstelle und Support bei Fragen

Was ist ein grundpfandgesicherter Kredit?

Ein Kredit, bei dem der Geldgeber über die Immobilie des Geldnehmers durch einen Eintrag im Grundbuch abgesichert ist. Der Geldgeber rückt so in den ersten oder zweiten Rang der Kreditoren auf und hat bei einer Zahlungsunfähigkeit des Schuldners eine höhere Chance, sein Investment zurückzuerhalten.

Wie stellen Sie sicher, dass ein Geldnehmer sich nicht übernimmt?

Zu Beginn eines Kreditantrags wird eine detaillierte Belastbarkeitsprüfung durchgeführt, bei der die Kreditfähigkeit und die Bonität des Antragstellers geprüft werden. Dafür haben wir ein eigenes Team, das aus erfahrenen Kreditprüfern besteht. Nur Anträge von Personen, die sich als kreditwürdig herausstellen, werden dann auf der Plattform aufgeschaltet.

Ist die Zahl der Kredite beschränkt, die jemand über Hyposcout aufnehmen kann?

Es ist theoretisch möglich, mehrere Kredite aufzunehmen, das geht ja auch bei der Bank. Jedoch wird bei jedem neuen Kredit auch die Bonität erneut geprüft. Diese muss gegeben sein, damit eine weitere Kreditaufnahme möglich wird.

Kennen Sie die Kreditgeber? Welche Informationen haben Sie über diese? Welche Informationen erhält der Geldnehmer?

Wir kennen die Kapitalnehmer und sammeln Angaben zu ihrer Bonität und Kreditfähigkeit. Diese Informationen kann der Kapitalgeber zu gegebenem Zeitpunkt einsehen. Beide Parteien erhalten ausserdem die Kontaktinformationen voneinander.

Gilt ein Widerrufsrecht?

Ein Widerruf ist bis zur Kreditauszahlung möglich.

Unter welchen Bedingungen kann ein Vertrag aufgelöst werden?

Bei gegenseitiger Absprache zur Kündigung und Rückzahlung des Kredits.

Werden die Daten auf der Online-Plattform verschlüsselt übermittelt?

Die Daten werden einmalig und in verschlüsselter Form übermittelt und sind anschliessend nicht mehr für alle Beteiligten verfügbar, sondern nur einem bestimmten internen Personenkreis zugänglich. Zur Sicherung der Daten verwenden wir neuste technologische Tools.

Wie machen Sie die Kapitalnehmer darauf aufmerksam, dass ihre Daten anderen zugänglich gemacht werden?

Dem Kapitalnehmer wird während des Antragverfahrens schriftlich mitgeteilt, dass seine Daten ausschliesslich potenziellen Kapitalgebern gezeigt werden. 

Welche Informationen der Kreditsuchenden und der Kreditgebenden sind online öffentlich einsehbar?

Keine Informationen sind öffentlich verfügbar.

Wie prüfen Sie die Angaben, die gegenüber Hyposcout gemacht werden?

Die meisten Unterlagen sind amtliche Dokumente (Grundbuchauszug, Gebäudeversicherung, Steuererklärung etc.). Bei Vertragsabschluss erscheint der Kreditnehmer persönlich mit seiner Identitätskarte.

Wer hat die Hyposcout AG gegründet?

Gegründet wurde die Hyposcout AG im März 2016 von Fredy Piller und Oliver Scheuerer, die weiterhin Mehrheitsinhaber des Unternehmens sind. CEO ist der erfahrene Investment-Banker Jean-Pierre Pfenninger (ehem. Julius Bär, Vontobel). Die Hyposcout AG hat ihren Sitz in Dübendorf und beschäftigt 10 Mitarbeiter.