P2P-Hypotheken – eine Alternative zu konventionellen Anlageklassen?

 

Von Jean-Pierre Pfenninger, CEO Hyposcout AG

Crowdfunding, Marketplace Lending und Peer-to-Peer-Darlehen – die Begriffe sind in aller Munde. In den letzten Jahren sind zahlreiche Plattformen entstanden, die sich als Alternative oder als Ergänzung zur traditionellen Bank verstehen. So listet der aktuelle Swiss Fintech Map der Swisscom 47 Player in der Schweizer Crowdfunding-Szene auf. Hyposcout als P2P-Plattform für Hypotheken ist einer davon. 

Wie rentieren die Kapitalanlagen auf diesen neuen Lending-Plattformen? Es gibt erst wenige systematische Studien, die Rendite, Risiko und Korrelation von P2P-Investments mit Aktien oder Bonds über einen längeren Zeitraum vergleichen. Die bisherigen Erkenntnisse decken sich dabei mit den praktischen Erfahrungen, welche das Start-up Hyposcout bisher mit seiner Vermittlungstätigkeit machte:

  • P2P -Anlagen korrelieren schwach oder gar nicht mit den Aktien- oder Bondmärkten. P2P-Hypotheken im spezifischen sind mit dem normalen Hypothekenmarkt und klassischen Immobilien-Anlagen nicht vergleichbar.
  • Die Renditen im Bereich Marketplace Lending sind deutlich höher als jene von Investment-Grade-Bonds und teilweise auch von Anleihen im Non-Investment-Grade-Bereich.
  • Die Volatilität von P2P-Anleihen ist im Vergleich zu fast allen Anlageklassen tief.

Die breiteste Datenbasis zur Performance von P2P-Anlagen liegen heute in den USA vor. Eine Untersuchung der Firma Lendingrobot kommt zum Schluss, dass die Volatilität solcher Investments aufgrund der Diversifizierung sogar unter jenem von US-Bonds lag.

Weshalb dieses spezielle Rendite-Risiko-Profil? Die Experten der Schweizer Firma Impact-Lending führt in einem aktuellen Blog-Eintrag einen wichtigen Grund an: P2P ist Nutzenmaximierung auf beiden Seiten. Das Verhältnis von Rendite und Risiko wird bei jeder Transaktion auf der Plattform durch die Parteien neu definiert.

Voraussetzung für eine gute Performance bei tiefer Volatiliät ist gemäss Impact-Lending die Dienstleistungsqualität der Lending-Plattform. Die Art und Weise, wie Darlehen vermittelt werden und wie die Kredit- und Bonitätsprüfung organisiert sind, habe massgeblichen Einfluss auf die Rentabilität und die Sicherheit der Kapitalanlagen. 

Hyposcout hat sich auf die Vermittlung „echter“ Peer-to-Peer-Hypotheken spezialisiert. Das Unternehmen führt private Kapitalgeber und Kapitalnehmer zusammen und ermöglicht so Hypothekendarlehen, die nicht den Tragbarkeitsvorschriften im Bankensektor unterliegen. Dies im Unterschied zu anderen Plattformen, die konventionelle Hypotheken im Internet vermitteln oder zur Auktion bringen.

Hyposcout hat 2017 erstmals P2P-Hypotheken vermittelt. Die seither vereinbarten Zinssätze bewegen sich in der Regel zwischen 3.5% und 6%. Wichtig zu wissen ist dabei, dass die Hypothekarzinssätze allein durch den Markt definiert werden. Sie spiegeln die Risikobereitschaft eines Investors und die Zahlungsbereitschaft eines Kapitalnehmers wider, unbeeinflusst durch staatliche Regulierungen.

Die via www.hypo-scout.ch vereinbarten Laufzeiten variieren stark. Es konnten sowohl unbefristete Verträge mit kurzer Kündigungsfrist als auch langjährige Darlehen vermittelt werden.

Die Hyposcout AG ist in einem interessanten Segment des boomenden Crowdfunding-Marktes unterwegs. Ich bin überzeugt, dass wir mit unserem P2P-Modell für viele Kapitalnehmer eine sinnvolle Ergänzung zu Bank darstellen und zugleich für Investoren eine Anlagemöglichkeit mit gutem Rendite-Risiko-Profil anbieten.

 

Weitere Informationen zur Hypotheken-Plattform von Hyposcout finden Sie hier.